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SN Inside - Die Woche in Schaumburg

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Liebe Leserinnen und Leser,
das war ein Gänsehaut-Moment. Mit dem so vertrauten, sonoren Brummen ist die Transall ein letztes Mal über Schaumburg geflogen. Nach 50 Jahren stellt das Transportflugzeug der Luftwaffe seinen Dienst ein. Nahezu den gleichen Zeitraum hat der “Engel der Lüfte” den Himmel über dem Landkreis geprägt.
Auch ich hatte die einmalige Gelegenheit, mit der C-160 zu fliegen, und zwar zum Festakt zum 50. Geburtstag des Flugzeugs in Landshut. Natürlich habe ich seinerzeit über das Erlebnis Transall berichtet. Das gehört sicherlich zu einem Highlight meiner bisherigen journalistischen Erfahrungen. Das macht diesen Beruf eben so einzigartig - sein Abwechslungsreichtum.
Beim Abschiedsflug über Schaumburg standen Dutzende Planespotter auf den Feldwegen entlang der Flugplätze in Achum und Wunstorf. Wie beliebt die Transall unter den Schaumburgern ist, zeigen auch die vielen Fotos, die Bürger vom letzten Flug über den Landkreis der Redaktion geschickt haben.
Abschiednehmen - im positiven Sinne - hieß es auch am Mittwoch und Donnerstag, und zwar von diversen Corona-Einschränkungen. Pünktlich dazu kam auch die Sonne heraus, das kühle Glas Wein im Biergarten war etwas ganz Besonderes. Genervt dabei haben nur die Diskussionen an den Nachbartischen, die manche Gäste mit den Gastronomen geführt haben. Jeder wusste genau, welche Regel denn genau gerade aktuell ist. Manch einer wehrte sich am Dienstag noch dagegen, einen Test für den Restaurantbesuch zu machen.
Die Betreiber brauchten einmal mehr starke Nerven. Es ist zu wünschen, dass die unübersichtlichen Regelungen endlich ein Ende haben.
Von teilweise aggressivem Klientel hat auch der Stadthäger Hausarzt Dr. Ulrich Melz berichtet. Es ist mir unverständlich, dass Patienten ihren Frust an denen auslassen, die am wenigsten für die derzeitige Impfsituation können. Ganz im Gegenteil: Dass in diesen Tagen so wenig in Schaumburg geimpft wird, liegt einmal mehr am fehlenden Impfstoff. Das beklagt auch das Deutsche Rote Kreuz, das das Impfzentrum in Stadthagen betreibt.
Bei aller Euphorie über die Lockerungen hoffe ich jedoch, dass die Menschen nicht ihren Verstand über Bord werfen. Vielfach wundert man sich doch über überfüllte Uferbereiche und Promenaden am Steinhuder Meer oder aber Außenbereiche bei Restaurants.
Ich kann nachvollziehen, dass auch die Schaumburger endlich wieder raus wollen. Doch im Sinne aller sollten wir trotz des deutlich gesunkenen Inzidenzwertes vorsichtig sein, ansonsten könnte die Corona-Situation schnell wieder außer Kontrolle geraten.
Klar freut es mich für die Einzelhändler, dass die Städte am sogenannten Westfalentag voll waren mit Kunden aus dem benachbarten NRW. Aber auch mit Blick auf die vollen Parkplätze vor den Baumärkten in Schaumburg habe ich mich gefragt, ob das denn unbedingt nötig ist in dieser noch fragilen Phase.
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Die Transall verabschiedet sich nach 50 Jahren von Schaumburg, hier über dem Flugplatz in Achum.
Die Transall verabschiedet sich nach 50 Jahren von Schaumburg, hier über dem Flugplatz in Achum.
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