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SN Inside - Die Woche in Schaumburg

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Liebe Leserinnen und Leser,
das war leider nichts. Jedenfalls nicht viel. Die existenzbedrohten Gastronomen riefen und kaum einer kam. Endlich durften die Wirte ihre Terrassen und Biergärten öffnen – und dann auch noch an einem Wochenende. Ein Selbstläufer nach langer Durststrecke im Lockdown. Sollte man meinen. War es aber nicht. Schade.
Wir haben nachgefragt. Das Gros der Betriebe war sich einig. Das Fiasko geht nicht zuletzt aufs Konto des verregneten Frühsommers. In dieser Hinsicht ist jede Veranstaltung und jedes Treffen unter freiem Himmel von „da oben“ abhängig, mit und ohne Corona. Aber auch die Anforderungen ans persönliche Organisationsgeschick hielten viele zurück, hieß es zum Beispiel vom Dehoga Stadthagen-Land. All das Testen und Nachweisen, nur um mal wieder beim Bier zusammenzusitzen, da vergehe so manchem die Lust schon im Vorfeld. Auch in der Redaktion ist das zu hören, während andere Kollegen fragen: Wo ist das Problem? Die meisten Gaststätten haben sich mit Sets ausgerüstet und wer nicht weiß, welches Testzentrum am Wochenende lang genug geöffnet hat, kann sich den Wattestab vielerorts auch direkt vor dem Lokal in die Nase schieben. Klingt blöd und ist ungewohnt, aber vor dem Hintergrund einer globalen Pandemie sind Teile des Lebens aktuell eben so: Blöd und ungewohnt.
Was zum Beispiel in Stadthagen vorgekommen ist, aber tabu sein sollte, ist die Bitte an den Gastwirt, das jetzt mal nicht so eng zu sehen. Es ist die Aufforderung an einen ohnehin wirtschaftlich angegriffenen Geschäftsinhaber, zusätzlich zu all seinen Sorgen noch Ärger mit dem Ordnungsamt zu riskieren, nur weil dem Gast persönlich das alles irgendwie zu umständlich erscheint. Es ist wie mit den Masken und den Abständen und all dem anderen, zugegeben ja nervigen Gedöns: Es geht dabei nicht zuvorderst um mich, sondern um die anderen.
Ein weiteres, wichtiges Thema dieser Woche ist wesentlich älter als Corona. Wenn der stetig schwelende Nahost-Konflikt so richtig auflodert, die Raketen und Bomben explodieren und die Bilder immer unerträglicher werden, dann gehen irgendwann auch in Deutschland Menschen auf die Straße. Der Knackpunkt ist immer wieder, gerade „bei uns“: Bis wohin geht die Kritik an militärischen Aktionen eines Staates und wo fängt der Antisemitismus an? Auch lokal spielt das eine Rolle, die Polizei behält die ehemalige Synagoge in Stadthagen genauer im Auge als sonst, und natürlich in den Kommentaren unter unseren Facebookposts. Einiges davon ist schwer zu ertragen. Und nicht immer ist die Frage leicht beantwortet, was man eigentlich ertragen muss.
Verregnete Feiertage stehen uns nun ins Haus. Aber auch keine Sintflut. Übrigens: Die meisten Biergärten haben Schirme.
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