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SN Inside - Die Woche in Schaumburg

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Liebe Leserinnen und Leser,
Schaumburg wittert Morgenluft. Am Donnerstag sank die 7-Tage-Inzidenz zum ersten Mal seit Wochen unter 100 - mit Ausnahme des Oster-Effektes. Wegen der über die Feiertage geschlossenen Arztpraxen war der Wert gefallen, nur um kurz darauf wieder zu steigen, ein bundesweites Phänomen. Schaumburg blieb Hochinzidenzkommune mit allen Einschränkungen.
Diesmal ist das anders. Das Leben könnte tatsächlich den Weg zurück in etwas gewohntere Bahnen finden, Kreis und Gesundheitsamt würden grünes Licht für viele Bereiche des öffentlichen Lebens geben.
Für einige ist es schon zu spät. Traurige Nachricht aus der Gastronomie in dieser Woche: Sieben Schaumburger Betriebe haben in Folge der Corona-Auflagen schon dichtmachen müssen. Der lokale Ableger des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes schätzt, dass ein Viertel der Lokale und Restaurants im Landkreis vor dem Aus steht.
Entsprechend scharren Stadthäger Wirte mit den Hufen. Viele sehen sich gut vorbereitet, selbst wenn jetzt vielleicht alles ganz schnell gehen muss. Personal könne kurzfristig zurückbeordert werden, die betriebsinternen Abläufe haben viele schon in dieser Woche vorsorglich auf Herz und Nieren geprüft. Gerade noch rechtzeitig geht es nach eigenem Bekunden nun wieder los. Sorge aber eines Hoteliers: Was ist, wenn die Inzidenz wieder steigt? Ein paar Wochen auf und gleich wieder zu? 
Umso ärgerlicher ist es da, wenn das Gefühl zaghafter Schritte voran an anderer Stelle ausgebremst wird. Auch Mitglieder der Redaktion stehen teils schon auf den Wartelisten ihrer Hausärzte, um sich impfen zu lassen, sobald eine Spritze übrig ist. Und in der zweiten Monatshälfte rücken sie als Medienschaffende in der Priorität nach oben. Aber Impfstoff bleibt eine knappe Ressource. Stand diese Woche müsste das Impfzentrum auf dem Stadthäger Festplatz am 17. Mai vormittags schließen, teilt die zuständige Dezernentin mit - dann nämlich wären beim aktuellen Liefertempo und -umfang die Dosen ausgegangen. Lichtblick: Knapp ein Drittel der Schaumburger hat inzwischen mindestens die Erstimpfung enthalten. Allerdings stehen mehr als 10.000 Menschen auf der Warteliste.
Im Zusammenhang mit Corona liegen in Schaumburg die Nerven blank wie im Rest der Welt, aber es gibt auch noch die rein lokalen Aufreger. Besonders geknallt hat es in dieser Woche in Bückeburg. Im Streit um die Erweiterung des Betriebs Bauerngut hat Grünen-Politikerin Cornelia Laasch einen Drohbrief erhalten. Die Öko-Partei ist gegen das Vorhaben in seiner jetzigen Form. Bauerngut droht mit Weggang, die Ex-Residenzstadt verlöre Hunderte Arbeitsplätze. Da muss man als Fraktion einiges einstecken können. Die Ankündigung, “alle Grünen” würden den eventuellen Rückzug des Fleischverarbeiters “büßen”, gehört nicht dazu. Politischer Streit ohne Gewaltandrohung ist ebenso Teil der von fast allen ersehnten Normalität wie Einkaufsbummel, Fußballtraining und Treff im Biergarten.
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Bild der Woche

Hoffnungsvoll: Ciro Miotti, fotografiert von Roger Grabowski, bereitet den Außenbereich seines Eiscafés in Stadthagen für die Öffnung vor.
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