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SN Inside - Die Woche in Schaumburg

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Liebe Leserinnen und Leser,
es war eine Woche der Entscheidungen: Die Grünen haben Annalena Baerbock zu ihrer Kanzlerkandidatin gekürt, die CDU/CSU belässt es bei Armin Laschet statt Markus Söder und der Bundesrat hat die deutschlandweite Notbremse beschlossen.
Aber der Reihe nach: Erstmals in ihrer Geschichte stellen die Grünen einen eigenen Kanzlerkandidaten - eine Frau. Ein mutiger Schritt der ehemaligen Rebellenpartei? Nein, sollte man doch eigentlich meinen, nach 16 Jahren mit Angela Merkel als Kanzlerin. Angesichts der Kommentare, die ich sowohl in meinem privaten Umfeld als auch in den Medien mitbekommen habe, vielleicht aber doch. Oder ich habe die Kommentare über das äußere Erscheinungsbild ihrer Kontrahenten Laschet und Scholz einfach überhört. Und ich muss gestehen, dass ich gar nicht weiß, wie viele Kinder die beiden Politiker haben, aber an der Information, dass die 40-Jährige Baerbock das Amt als Mutter zweier Töchter bekleiden würde, kam ich irgendwie nicht vorbei. Ein Schelm, wer hier Sexismus vermutet. Dafür waren sich immerhin die Grünen bei ihrer Wahl einig. Kritische Stimmen aus dem Umfeld gab es kaum und auch die Schaumburger Parteimitglieder stehen hinter Baerbock.
Ganz anders lief die Kür indes - zum wiederholten Male muss man ja jetzt schon sagen - bei der CDU ab. Nach dem langen Hin und Her, ob es nun Merz, Röttgen oder Laschet machen soll, war die Wahl letztlich auf den Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfalen gefallen. Doch der hatte die Rechnung ohne seinen Kollegen aus Bayern gemacht. Die Stimmung schien zu kippen, viele Parteimitglieder sprachen sich für Söder aus, der auch in der Öffentlichkeit besser anzukommen scheint. Doch letztlich reichte auch seine viel beachte Anreise mit dem Learjet nicht, die Parteispitze bleibt dabei: Laschet soll die Merkel-Nachfolge antreten.
Apropos Merkel: Die Bundeskanzlerin hat sich durchgesetzt. Schluss mit dem föderalistischen Auf und Ab in der Corona-Krise. Der sogenannte Bundes-Lockdown soll es nun richten. Und das muss er auch angesichts der weiter steigenden Infektionszahlen und der vollen Intensivstationen. Allerdings war ich doch sehr erstaunt, dass die Ausgangssperre zwar kommen, es aber Ausnahmen zum Joggen und Spazieren gehen geben soll. Und Homeschooling ab einem Inzidenzwert von 165? Wo kommt diese Zahl nun plötzlich her? Und Click&Meet ist bis zu einem Wert von 150 erlaubt, soso, da war Niedersachsen bisher aber in vielen Bereichen strenger.
Trotzdem werde ich mich möglichst an all das halten, aber ich sehne die Impfung herbei. Geradezu neidisch blicke ich auf jeden, der aus dem einen oder anderen Grund bereits die Spritze in den Arm bekommen hat. Und ich muss gestehen, dass ich mich auf eine Liste bei meinem Hausarzt eingetragen habe, einfach, falls abends mal Impfstoff übrig bleibt. Dabei weiß ich, dass das bei 20 Dosen, die die Mediziner im Schnitt in der Woche erhalten, mehr als unwahrscheinlich ist. Die ersten Hausärzte stellen das Impfangebot sogar schon wieder ein, zu hoch sei der Aufwand, für den normalen Betrieb bleibe zu wenig Zeit und die Vergütung sei zu gering, so die Argumentation einiger Mediziner aus Bückeburg. Puh, das sind keine guten Nachrichten. Morgen steht dafür in Niedersachsen ein Impfmarathon an, auch in Schaumburg sollen 1500 Menschen das schützende Vakzin erhalten. Herzlichen Glückwunsch, falls Sie dabei oder schon durch sind.
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Die Stadthäger Dorothea und Klaus Mebus feiern heute ihre goldene Hochzeit - und zwar im Schaumburger Impfzentrum. Wir sagen herzlichen Glückwunsch. Foto: Vera Skamira
Die Stadthäger Dorothea und Klaus Mebus feiern heute ihre goldene Hochzeit - und zwar im Schaumburger Impfzentrum. Wir sagen herzlichen Glückwunsch. Foto: Vera Skamira
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