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SN Inside - Die Woche in Schaumburg

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Liebe Leserinnen und Leser,
zum zweiten Mal stehen wir nun vor Ostertagen, die geprägt sein werden von den massiven Einschränkungen der Pandemie. Sie haben nichts von der Freude und Heiterkeit, die die meisten von uns normalerweise mit diesem Fest verbinden. Mir schießen die jahrzehntelang vertrauten Fernsehbilder durch den Kopf: Massen jubelnder Menschen aus aller Welt auf dem Petersplatz, wenn der Papst seinen traditionellen Ostersegen „urbi et orbi“ spricht. Eine ansteckende Stimmung - selbst für Nichtkatholiken. An diesem Sonntag werden dort gähnende Leere und beklemmende Stille herrschen. Wie schon vor einem Jahr. Ganz ähnlich dürfte es in unseren Schaumburger Kirchen zugehen. Ostergottesdienste unter Corona-Bedingungen – das bedeutet Zutritt für nur wenige Gläubige, Gesichter versteckt hinter Masken, kein Gesang, keine fröhlichen Osterwünsche und Umarmungen nach dem Verlassen der Kirche. Vielerorts werden die Gottesdienste ausschließlich online übertragen.
Man kann es nicht schönreden: In den vergangenen zwölf Monaten hat sich nicht wirklich etwas entscheidend zum Besseren verändert. Im Gegenteil, Ostern 2020 waren wir noch sehr zuversichtlich, die Herausforderung mit Disziplin und Kreativität schnell in den Griff zu bekommen. Anfangs schien dies zu glücken. Doch dann begannen sich die vielen Versäumnisse und Fehler zu rächen. Längst haben sich Resignation und Perspektivlosigkeit breitgemacht. Das ständige Hin und Her von Lockdowns und Lockerungen, die verkorkste Impf-Situation und nicht zuletzt der sich erhärtende Eindruck, dass die Regierungen in Bund und Ländern mit der Bewältigung der Krise überfordert sind: Viele Menschen sind davon erschöpft. Sie haben sich mit der Lage notgedrungen arrangiert. Was leider auch dazu führt, dass sie im Alltag sorgloser werden. Da trifft man sich doch mal wieder mit Nachbarn und Freunden, da werden Hygiene- und Abstandsregeln nicht mehr so genau genommen. Menschlich ist das nur allzu verständlich. Irgendwann mag man eben nicht mehr gefangen sein zwischen dauerndem Verzicht und sozialer Isolation. Aber es ist eben auch brandgefährlich.
Die Folgen des mangelhaften Krisenmanagements drohen sich auch an anderer Stelle explosiv zu entladen. Im Herbst stehen wichtige Wahlen an. Türmt sich Volkes Unmut weiter auf, könnte diese Welle in einem ungeahnten Maße Populisten in die Parlamente spülen. Viel Zeit zum Gegensteuern bleibt nicht.
Nach den Feiertagen sollen nun endlich auch die Hausärzte impfen dürfen. Und die EU hat diese Woche grünes Licht für den Bau von zwei neuen Vakzin-Werken in Deutschland und den Niederlanden gegeben. Lichtblicke. Dietrich Bonhoeffer hat Ostern ein Hoffnungsfest genannt. Hoffen wir also, dass die nächste Tage zu einem Wendepunkt werden.
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Leserin Sarina Behling hat ihren Humor beim Dekorieren zu Ostern trotz der Corona-Krise nicht verloren.
Leserin Sarina Behling hat ihren Humor beim Dekorieren zu Ostern trotz der Corona-Krise nicht verloren.
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Bleiben Sie optimistisch. Ich wünsche Ihnen eine gute Osterzeit.  
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