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SN Inside - Die Woche in Schaumburg

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Liebe Leserinnen und Leser,
dass die Akzeptanz für die von Bund und Ländern verantwortete Corona-Politik zunehmend schwindet – für diese Erkenntnis braucht es keine Umfragen. Wer mit Freunden, Nachbarn, Geschäftsleuten redet, stößt auf Frust und Resignation, Angst und Verzweiflung. Daran hat auch der jüngste Regierungsgipfel nichts geändert.
Im Gegenteil: Wesentliche Antworten auf drängende Fragen bleiben offen. Es fehlen verbindliche Perspektiven und eine Strategie, die diesen Namen verdient. Das Wirrwarr wird immer größer, die staatlich verordneten Maßnahmen wirken nur noch lebensfremd und unausgereift. Viele Unternehmen wissen heute nicht, was ab Montag für sie gilt. Warum dürfen Buchhändler und Blumenläden nun ohne Weiteres öffnen - Boutiquen und Brautmodengeschäfte aber nur, wenn und solange der Inzidenzwert unter der 50er-Marke liegt? Baumärkte erst mal gar nicht. Absurd! Es bleibt jedem Land selbst überlassen, ob und für welche Bereiche es regionale (oder doch landesweite?) Lockerungen erlaubt. Wieder so ein Flickenteppich. Nichts dazugelernt.
Gastronomen dürfen öffnen - aber selbst bei ausgefeilten Hygienekonzepten nur vor der Tür. Dass eine wetterabhängige Außenbewirtschaftung um diese Jahreszeit nicht trägt – ausgeblendet! Einigen Branchen, etwa Hoteliers, Fitnessstudiobetreibern und Konzertveranstaltern, fehlen die Perspektiven vollends.
 Auch viele Eltern schütteln den Kopf. Ihre Kinder sollen nach drei Monaten harten Lockdowns nun für gerade mal eine Woche bis zu den Osterferien wieder zur Schule gehen dürfen. Viel Risiko für ein paar Tage Präsenzunterricht. Zumal sich in den allermeisten Klassenzimmern in den vergangenen Monaten nicht viel getan hat, um die Sicherheit von Schülern und Lehrern zu verbessern. Schutzwände zwischen den Reihen? Luftfilter? Überwiegend Fehlanzeige. Auch beim Entwickeln digitaler Unterrichtskonzepte treten viele Schulen seit Monaten auf der Stelle. Es reicht nicht, wenn vielfach noch immer nur Aufgaben verschickt werden. Deshalb frage ich mich: Worum geht es hier eigentlich? Darum, sagen zu können, die Schule habe doch immerhin noch vor den Osterferien wieder angefangen? 
An der entscheidenden Stellschraube zur Bewältigung der Corona-Pandemie hat sich kaum etwas bewegt. Dass sich ein Land, das sich wirtschaftlich und technologisch zur Weltspitze zählt, beim Impfen derart abhängen lässt und es nicht schafft, an sieben Tagen der Woche 24 Stunden durchgehend Vakzin zu spritzen, ist eine einzige Blamage.
Die neue Strategie setzt nun verstärkt aufs Testen. Doch die dafür erforderlichen Schnelltests sind bislang nicht ansatzweise ausreichend verfügbar. Und auch hier fehlen Leitlinien: Wer dokumentiert wie die Ergebnisse? Kann ich mit einem Selbsttest vom Discounter einen Nachweis erbringen, der von Dritten akzeptiert wird? 
Bund und Länder haben in der Anfangsphase der Pandemie durchaus eine Menge richtig gemacht. Eine überbordende Bürokratie mit Regeln, die keiner mehr versteht, macht aber vieles davon jetzt zunichte. Notwendiges Vertrauen wird verspielt.
Mein Empfinden: Wir sind gefühlt keinen Schritt weiter als vor einem Jahr. Die Situation erinnert an den Film „Und täglich grüßt das Murmeltier“. Mit dem Unterschied, dass der Spuk dort nach 90 Minuten vorbei war.
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Anlässlich des 90. Geburtstages von Michael Gorbatschow haben wir uns an seinen Besuch vor 23 Jahren in Stadthagen erinnert. Damals hat sich eine SN-Leserin die Ausgabe vom 11./12. November 1989 von ihm signieren lassen.
Anlässlich des 90. Geburtstages von Michael Gorbatschow haben wir uns an seinen Besuch vor 23 Jahren in Stadthagen erinnert. Damals hat sich eine SN-Leserin die Ausgabe vom 11./12. November 1989 von ihm signieren lassen.
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