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SN Inside - Die Woche in Schaumburg

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Liebe Leserinnen und Leser,
vergangenen Freitag hat mein Kollege an dieser Stelle noch über den Wintereinbruch und die Schneemassen geschrieben, heute liegt eine Woche voller Frühlingsgefühle hinter uns. Innerhalb von elf Tagen war ein Temperaturunterschied von bis zu 36 Grad zu verzeichnen. Mir gefällt dieses Wetter eindeutig besser - vor allem unter Corona-Bedingungen. Denn mal ehrlich, Spaziergänge auf eisglatten Gehwegen haben nicht wirklich Spaß gemacht. Da saß ich die vergangenen Tage lieber mit einem Kaffee in der Sonne. Und ich weiß nicht, wie Sie das empfinden, aber mit ein paar Sonnenstrahlen im Gesicht kann ich diese ganze Corona-Krise leichter ertragen.
Denn natürlich war auch diese Woche geprägt von dem Virus. Aber immerhin habe ich dieser Tage einige Gespräche geführt und Artikel geschrieben, die in mir etwas Hoffnung wecken. Zum einen könnten bereits Anfang März die sogenannten Laientests für zu Hause in den Regalen von Apotheken, Discountern und Drogerien liegen. Die Handhabung soll denkbar einfach sein und könnte zumindest für ein Treffen mit den Eltern für ein Stück Sicherheit und einen Schritt ins normale Leben sorgen. Zum anderen werden die Kapazitäten im Schaumburger Impfzentrum erhöht. Weil mehr Vakzin geliefert wird, sollen ab nächster Woche täglich mehr Menschen geimpft werden. Bis Ostern könnten so zumindest die über 80-Jährigen den wirksamen Schutz erhalten haben.
Wütend gemacht hat mich die Nachricht über ein Flugblatt mit verschwörungstheoretischem Inhalt, das die engagierte Arbeit im Impfzentrum mit Menschenversuchen im Konzentrationslager Auschwitz vergleicht. Was treibt Menschen an, solchen Unsinn zu verbreiten? Ich hoffe, dass wir mit unserer Arbeit und dem täglichen Versuch, die Schaumburger bestmöglich über alle Entwicklungen in der Pandemie auf dem Laufenden zu halten, diesen Verschwörungsfantasien etwas entgegensetzen können. Ich weiß, dass das bei Weitem nicht immer gelingt. Aber umso mehr ärgert es mich, wenn im Freundeskreis die Rede davon ist, dass die Medien nicht genug tun, um die Menschen zu informieren.
Und noch ein Artikel hat mich wütend gemacht. Ich weiß, die Rechtsprechung ist kompliziert, häufig zeigen die Kommentare in den sozialen Medien unter Artikeln über Urteile, dass die Menschen diese häufig als zu milde empfinden. In diesem speziellen Fall geht es mir aber gar nicht mal nur ums Strafmaß - 22 Monate auf Bewährung -, sondern um die Urteilsbegründung. Ein 33-jähriger Stadthäger hatte die Vergewaltigung seiner Ex-Freundin gestanden. In dem Artikel heißt es: “Berücksichtigt hat die Kammer zugunsten des Angeklagten auch die besondere Vorgeschichte. ,Die Ausgangsbasis ist anders, als wenn völlig Unbekannte aufeinandertreffen’, erklärte Richter Hüntemann.” Ich habe es ein paar Mal gelesen, weil ich es nicht glauben konnte. Dass die Beiden mal ein Paar waren, wirkt sich strafmildernd aus? Das Gesetz, das Vergewaltigungen in der Ehe zur Straftat machte, trat am 1. Juli 1997 in Kraft. Ein großer Schritt, natürlich, aber offenbar liegt noch immer ein weiter Weg vor uns.
Aber so ist es ja leider bei den meisten Dingen im Leben, für die es sich zu kämpfen lohnt. Sei es für Liebe, Gleichberechtigung - oder ein schnelles Ende dieser vermaledeiten Corona-Pandemie.
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Mit seinem blitzeblank geputzten Cabrio genießt dieser Senior den sonnigen Tag. Eingefangen hat diesen Moment unsere Mitarbeiterin Vera Skamira.
Mit seinem blitzeblank geputzten Cabrio genießt dieser Senior den sonnigen Tag. Eingefangen hat diesen Moment unsere Mitarbeiterin Vera Skamira.
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