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SN Inside - Die Woche in Schaumburg

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Liebe Leserinnen und Leser,
seit einem Vierteljahr sind einige Branchen nun inzwischen im zweiten Lockdown – harte Zeiten etwa für Gastwirte, Tanzschul-Inhaber und Betreiber von Fitnessstudios. Die Nerven liegen blank. Wo im vergangenen Frühjahr noch so etwas wie Abenteuerstimmung herrschte, getragen von der Hoffnung, der Pandemie mit kreativen Ideen entgegentreten und schnell und einigermaßen ungeschoren zum Geschäftsalltag zurückkehren zu können, da ist jetzt oft nur noch Frust und Resignation zu spüren. Diese Woche sind auch in Schaumburg erstmals Gewerbetreibende gemeinsam auf die Straße gegangen, um auf ihr Schicksal aufmerksam zu machen.
Der Unmut wächst in weiten Teilen der Bevölkerung. Dazu haben auch vermehrt Pannen und Fehlentscheidungen auf allen politischen Ebenen beigetragen, die das Vertrauen in den Staat sinken lassen: die bürokratisch blockierte Auszahlung von Hilfsgeldern für notleidende Unternehmen, fehlende Impfdosen für die Bevölkerung, chaotische Zustände bei der Vergabe von Impfterminen und die von unserer Zeitung mit aufgedeckten Millionengeschenke an Apotheker im Zusammenhang mit der Verteilung von FFP2-Masken.
Viele Menschen fühlen sich mit der Situation überfordert. Seit Monaten müssen Familien sich zwischen Homeschooling und Homeoffice organisieren, neben dem eigenen auch noch den Job des Lehrers übernehmen, weil die Schule es in vielen Fällen nicht hinbekommt. Das liegt oft an unzureichend vorhandener Technik. Aber leider nicht selten auch an mangelnder Motivation einzelner Lehrer und fehlenden Konzepten, digitalen Unterricht (mit dem Verschicken von Aufgaben ist es nicht getan!) so zu gestalten, dass kein Kind auf der Strecke bleibt. Denn das droht vor allem dort, wo Kinder auf sich allein gestellt sind, weil eben kein Elternteil unterstützen kann.
Die andauernden Kontaktbeschränkungen führen zwangsläufig zur Isolation. Das trifft Kinder genauso wie Senioren. Sich mit Freunden treffen? Geht nicht! Da wird der Einkauf im Supermarkt, wo man immerhin ein paar anderen Menschen über den Weg läuft, manchmal schon zum Highlight des Tages.        
Viel Tristesse also derzeit. Doch zum Glück gibt es auch Erfreuliches zu vermelden. Die SN-Weihnachtshilfe ist in diesem Winter so erfolgreich gelaufen wie nie zuvor in ihrer 26-jährigen Geschichte. Mehr als 133.000 Euro haben Sie, liebe Leserinnen und Leser, für Menschen in Not gespendet. Und damit den bisherigen Rekord aus der Saison 2019/20 eingestellt, als 109.000 Euro zusammenkamen. Damit hätte ich wirklich nicht gerechnet. Im Gegenteil, in einem von der Corona-Krise geprägten Jahr war eher ein Rückgang der Spendenbereitschaft zu befürchten. Dass nun genau das Gegenteil eingetreten ist, zeigt das beeindruckend hohe Maß an Solidarität in der Schaumburger Bevölkerung.
Ich bin mir sicher, dass gerade in den nächsten Monaten eine Unterstützung mit dem Geld der SN-Weihnachtshilfe vielfach sehr nötig werden wird. Die Auswirkungen von Corona bringen schon jetzt zahlreiche Menschen in wirtschaftliche Schwierigkeiten. Umso wichtiger ist es, da als Gemeinschaft helfen zu können. Deshalb: Ich danke von Herzen allen Schaumburgern, die daran mitgewirkt haben, diese Aktion wieder zu einem so großen Erfolg zu machen.
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Leserin Kirsten Helke hat uns dieses Foto ihrer Corona-Hochzeit 2020 gesendet.
Leserin Kirsten Helke hat uns dieses Foto ihrer Corona-Hochzeit 2020 gesendet.
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