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SN Inside - Die Woche in Schaumburg

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Liebe Leserinnen und Leser,
wohl niemand von uns hätte am Neujahrstag 2020 für möglich gehalten, was kurz darauf auf uns eingestürzt ist. Corona hat alles auf den Kopf gestellt. Seit zehn Monaten bestimmt dieses brutale Virus unseren Alltag, man möchte fast sagen, unser Leben. Die dramatischen Auswirkungen und Konsequenzen der Pandemie – jeder von Ihnen kennt sie aus eigener Erfahrung.
Ich gebe offen zu: Auch ich gehöre zu denen, die anfangs noch geglaubt haben, dass alles schon nicht so schlimm kommen und schnell vorbeigehen würde. Ein Irrtum. Nach einer trügerischen Phase der Entspannung rollte im Herbst die zweite Welle heran. Und selbst wenn nun das Impfen hoffentlich auch in Schaumburg nächste Woche beginnt – ausgestanden ist die Sache längst noch nicht.   
Dabei wäre es doch so befreiend gewesen, wenn wir mit der gestrigen Silvesternacht einfach alles hätten hinter uns lassen können. Wer hätte Corona nicht am liebsten mit dem Feuerwerk zum Mond geschossen? Doch selbst das Böllern blieb uns diesmal verwehrt. Nein, mit dem Jahreswechsel wird nicht alles schlagartig wieder gut. Auch 2021 werden noch sehr viele Menschen an oder mit der Krankheit versterben. Geschäfte werden pleitegehen, Menschen ihren Job verlieren.
Nach Corona wird nichts mehr so sein, wie es war. Diesen Satz haben wir alle oft gehört und gelesen. Ich bin mir nicht sicher, ob das so stimmt. In jedem Fall ist Corona aber ein Beschleuniger gesellschaftlicher Veränderungen.
Ein Beispiel: Schon vor der Pandemie verzeichnete der Einkauf im Internet rasante Wachstumsraten. In den zurückliegenden Monaten haben wochenlange Geschäftsschließungen und strenge Auflagen das Online-Geschäft weiter befeuert und dem stationären Handel das Leben nochmals schwerer gemacht. Das lässt sich nicht mehr zurückdrehen. Online-Käufe sind für die meisten Menschen längst fester Bestandteil des Alltags. Was ja auch nicht verwerflich ist, so lange das Bewusstsein erhalten bleibt, auch dem Händler vor Ort mit regelmäßigen Einkäufen ein Auskommen zu sichern.
Welche Folgen es hat, wenn im Einzelhandel die Umsätze nicht mehr stimmen, zeigt sich in Schaumburgs Fußgängerzonen deutlicher denn je. Immer mehr Leerstände. Jede Schließung heißt Verlust von Arbeitsplätzen und Steuereinnahmen. Damit fehlt den Kommunen zunehmend Geld etwa für Kitas und Freibäder. Die Orte, in denen wir noch sehr gern leben, drohen massiv an Attraktivität einzubüßen. Eine Entwicklung, die keinem egal sein kann.
Auch in der Arbeitswelt ist Corona zu einem Beschleuniger geworden. Homeoffice gilt plötzlich als normal, eine Dienstreise hingegen als verzichtbar. Viele Unternehmen werden auch nach dem Ende der Krise an einer ressourcensparenden Videokonferenz als Alternative festhalten. Doch auch hier gilt es, Maß und Mitte zu finden. Die persönliche Begegnung mit Kunden, Kollegen und Vorgesetzten ist wie im Privaten durch nichts zu ersetzen. Um Stimmungen aufzunehmen, braucht es hin und wieder mehr als Telefon und Computer. Nämlich Nähe. Das, was wir in diesem Jahr auch in anderen Lebenssituationen oft so schmerzlich vermisst haben. 
Jeder Einzelne von uns wird etwas mitnehmen aus dieser Zeit des Ausnahmezustands. Vielleicht die Erkenntnis, wie wichtig in Krisen das Zusammenrücken von Familie und Freunden ist. Oder dass die Möglichkeit, zu jeder Zeit an jeden Ort der Welt reisen zu können, keinesfalls selbstverständlich ist. Ebenso wenig wie Gesundheit.
Was erwartet uns 2021? Ich vermute, die meisten von Ihnen wünschen sich nichts sehnlicher als einen Schritt zurück in die Normalität. Endlich wieder Kontrolle übers eigene Leben bekommen. Das wäre schön. Lassen Sie uns zuversichtlich sein!
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Das stille Silvester auf dem Stadthäger Marktplatz hat Leser Burkhard Heinrich im Bild festgehalten.
Das stille Silvester auf dem Stadthäger Marktplatz hat Leser Burkhard Heinrich im Bild festgehalten.
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Ich wünsche Ihnen alles Gute für das neue Jahr, das uns das alte hoffentlich schnell vergessen lässt. Genießen Sie den Rest dieses Neujahrstags! 
Wir würden uns freuen, wenn Sie die SN-Weihnachtshilfe ebenfalls unterstützen würden. Zum 26. Mal rufen die Schaumburger Nachrichten in der Weihnachtszeit unter dem Motto „Schaumburger helfen Schaumburgern“ zu Spenden für hilfsbedürftige Menschen im Landkreis auf. Seit Beginn der Aktion sind 1,78 Millionen Euro gesammelt worden, die etwa 2900 unverschuldet in Not geratenen Familien geholfen haben. Hier finden sie alle Informationen und Konten zu der Aktion.

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