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SN Inside - Die Woche in Schaumburg

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Liebe Leserinnen und Leser,
In dieser Woche ist viel über eine von Kanzlerin Angela Merkel geforderte Verschärfung der Kontaktbeschränkungen gesprochen worden. Im Netz kursierten viele Späße nach dem Motto „Möchtest du mein einer fester Haushalt sein?“. Haben Sie mal - wenn auch nur im Spaß - drüber nachgedacht, wer das in Ihrem Fall wäre? Ich finde ohnehin, dass Humor in diesen Zeiten unglaublich wichtig ist.
Besonders beeindruckt bin ich von Menschen, die diesen trotz großer Verantwortung für ihre Mitarbeiter und hoher finanzieller Einbußen nicht verloren haben. Ein solches Beispiel ist Dirk Rottmann, Geschäftsführer des Busunternehmens Rottmann und Spannuth. Obwohl er die gerade 2019 hinzugekaufte Touristik-Sparte in diesem Jahr komplett vergessen konnte, ist er einer der fröhlichsten Gesprächspartner, die ein Journalist am Telefon haben kann, und der einem noch schnell ein paar Fragen beantwortet, bevor er auf den Zahnarztstuhl muss.
Ein weniger angenehmes Telefonat hatte ich Anfang der Woche, als eine Frau sich einfach mal grundsätzlich über unsere Corona-Berichterstattung beschweren wollte. Sie riet mir, mich doch mal besser zu informieren – und zwar im Internet. 20 Minuten lang drehte sich dieses Gespräch im Kreis, weil ich verstehen wollte, was an der aktuellen Situation für sie persönlich so dramatisch ist. Sie habe vor allem Mitleid mit den Kindern. Ob ich denn gehört hätte, dass sie reihenweise in den Schulen in Ohnmacht fallen würden? Diese Gerüchte hatte ich in der Tat gehört und deswegen am Wilhelm-Busch-Gymnasium nachgefragt. Direktor Daniel Francke konnte sie vollkommen entkräften.
Die Frau am Telefon wiederum wollte mich überzeugen, dass die Regierung Corona mit voller Absicht dramatisiere. Warum? Um unsere Rechte zu untergraben. Ein weiterer Beweis für diese Absichten sei das Infektionsschutzgesetz, das der Bundestag am Mittwoch verabschiedet hat. Es wurde von den Gegnern sogar mit dem „Ermächtigungsgesetz“ von 1933 verglichen. Solche Parallelen und Meldungen, wonach der Verfassungsschutz Umsturzfantasien gegen die Regierung bei Querdenkern ausgemacht haben will, wecken in mir ein mulmiges Gefühl. Auch die Polizei und Ordnungsamtsmitarbeiter in Stadthagen haben diese Woche von einem harscher werdenden Ton ihnen gegenüber berichtet. Das Netz ist zudem voll von Videos, in denen Kunden in Supermärkten ausrasten, weil sie zum Tragen einer Maske aufgefordert werden.
Und dann sind da Menschen wie Jasmin und ihre Mutter Konstanze. Mein Kollege Stefan Rothe hat die beiden Frauen im Rahmen unserer SN-Weihnachtshilfe getroffen, die am morgigen Samstag offiziell startet. Die 17-Jährige leidet seit ihrer Geburt an einem Herzfehler, ihre Mutter kann ihren Beruf als Friseurin nicht ausüben, weil ihre Tochter fast rund um die Uhr Betreuung braucht. Jasmin gilt wegen ihrer Erkrankung als Risikopatientin, muss jeden Außenkontakt vermeiden und macht deswegen Homeschooling. Ein Leben in der Isolation. Da scheint doch meine Ausgangsfrage „Möchtest du mein fester Haushalt sein?“ gar nicht mehr so dramatisch.
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Diesen schönen Sonnenaufgang hat uns Tina Schulz aus Rodenberg geschickt.
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In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein schönes Wochenende. 
Wir würden uns freuen, wenn Sie die SN-Weihnachtshilfe ebenfalls unterstützen. Zum 26. Mal rufen die Schaumburger Nachrichten in der Vorweihnachtszeit unter dem Motto „Schaumburger helfen Schaumburgern“ zu Spenden für hilfsbedürftige Menschen im Landkreis auf. Seit Beginn der Aktion sind 1,78 Millionen Euro gesammelt worden, die etwa 2900 unverschuldet in Not geratenen Familien geholfen haben. Hier finden sie alle Informationen und Konten zu der Aktion.

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