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SN Inside - Die Woche in Schaumburg

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Liebe Leserinnen und Leser,
59 deutsche Soldaten haben im 20 Jahre dauernden Einsatz in Afghanistan ihr Leben verloren, 35 bei Anschlägen oder in Gefechten. Mehr als 12 Milliarden Euro kostete der Einsatz, der ursprünglich der Friedenssicherung dienen sollte und dann zum Kampfeinsatz gegen die aufständischen Taliban wurde. 
Ende Juni landeten die letzten A400M-Maschinen in Wunstorf beim Fliegerhorst des LTG62. Von einem Empfang der Kräfte keine Spur. Mit Blick auf die Pandemie sicherlich zu begründen. Dennoch hätten es der Anlass und erst recht die Soldaten verdient, in irgendeiner Form eine Wertschätzung von politischer Seite zu erfahren.
Zweieinhalb Wochen später starten wieder Transportmaschinen von Wunstorf aus in Richtung Hindukusch. Der Nato-Einsatz in Afghanistan ist eine Blamage für alle Beteiligten. Schlimmer: Für die Soldaten und erst recht die Menschen im Land ist es ein Versagen, das ihr Leben einmal mehr gefährdet. Auch wenn die aktuelle Taliban-Führung betont, gemäßigter zu agieren als noch vor 15 Jahren: Nachrichten über Folter und Mord kamen umgehend. Die schrecklichen Bilder vom Flughafen in Kabul zeigen die Todesangst der Menschen. Aufnahmen, deren Anblick kaum zu ertragen ist.
Auch die Rettung der Verbündeten und Helfer in Afghanistan läuft erschreckend chaotisch ab. Welches Vertrauen sollten sie noch in ein Land haben, das sie trotz vollmundiger Versprechen derart im Stich lässt? Und was sollen die Soldaten denken, die Kameraden im Einsatz verloren haben, Leid an Körper und Seele erfahren haben und nun sehen, dass alles umsonst war? Die Bundesregierung muss nun etliche Fragen beantworten - und ihr Versprechen halten.
Derweil bereiten sich die Kommunen in Deutschland auf die Aufnahme der Geretteten vor. Schaumburg muss - Stand jetzt - neun Afghanen aufnehmen. Doch das hiesige DRK ist nach eigenen Angaben auch auf einen größeren Ansturm vorbereitet.
Und das, obwohl die Hilfsorganisation noch voll in den Abläufen des Impfzentrums steckt und gleichzeitig emsig mit Impfaktionen quer durch den Landkreis darum kämpft, dass sich zögernde Bürger doch gegen das Coronavirus impfen lassen.
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