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SN Inside - Die Woche in Schaumburg

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Liebe Leserinnen und Leser,
so hätte sich Schaumburgs CDU-Bundestagsabgeordneter Maik Beermann die letzten Wochen seiner Amtszeit wohl nicht vorgestellt. Ein Tweet des 39-Jährigen zum Thema Frauenquote schlug derart Wellen, dass sich sogar Claudia Roth (Grüne) und Moderatorin Ruth Moschner zu Wort meldeten.
Zwar löschte der Steimbker den Beitrag recht zügig, doch da war es schon zu spät. Andere Portale hatten den Tweet abgespeichert und weiter - unter anderem bei Instagram - publiziert.
Beermann wörtlich: „Es nervt irgendwie. Mehr Frauen hier, mehr Frauen in Vorstände, paritätisch besetzte Kabinette, mehr Frauen in Aufsichtsräte usw. Ich frage mich, ob Frauen das überhaupt selbst wollen oder alles mediengerecht ist. Zudem: Wir haben wirklich andere Herausforderungen.“ Es folgte ein Shitstorm.
Einige User wurden extrem ausfallend, andere warfen dem CDU-Mann vor, er sei ein schlechter Verlierer, da er gegen die Abgeordneten Marja-Liisa Völlers (SPD) und Katja Keul (Grüne) unterlag, und sogar Nazi-Vergleiche zogen manche Kommentatoren. Und genau da ist das Ende erreicht. Man kann über den Inhalt des Posts und auch die Frage der Frauenquote denken, was man möchte, aber ein derartiger Shitstorm steht in keinem Vergleich zum Ausgangs-Tweet.
Da sind wir wieder beim Thema Hate Speech. Dieses kann gar nicht häufig genug thematisiert werden. Hate Speech online ist längst keine Seltenheit mehr, vielmehr laufen die Kommentarspalten in den sozialen Medien über vor Hass und Hetze. Viele fragen sich: Wie kann ich Hassrede im Internet sinnvoll begegnen? Ein Aktionsbündnis rät zu folgenden Tipps:  Solidarisch sein, keine Überzeugungsarbeit, Fehler sind erlaubt, Humor hilft, Fake News enttarnen, Hetze melden, Haltung zeigen.
Auch uns in der Redaktion schlägt in den sozialen Medien immer mehr Hass entgegen oder richtet sich gegen Kommentatoren unter unseren Beiträgen. Die Kollegen gehen rigoros dagegen vor. Auch wir haben schon Beiträge gemeldet, User gesperrt, die immer wieder negativ auffallen, und in Härtefällen sogar Anzeige erstattet.
Ich werde den Eindruck nicht los, dass es kaum noch eine Diskussionskultur in Deutschland gibt. Es scheint, als gebe es nur schwarz oder weiß. Ich bin dafür, dass man wieder miteinander über ein Thema redet, sich austauscht, diskutiert und auch andere Meinungen zulässt. Diskussionskultur bedeutet nicht, dass eine Gesellschaft nicht streiten darf. Sie soll es sogar, das fördert die Demokratie und die Willensbildung. Ganz ohne Sachlichkeit und Anstand geht das aber nicht.
Beermann selbst hat reagiert und ein Posting veröffentlicht, in dem er betont, falsch verstanden worden zu sein und sich unglücklich geäußert zu haben. Auch das gehört zu einer gesunden Diskussionskultur: Fehler eingestehen.
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Bild der Woche

Auf dem ersten Internationalen Heißluftballon-Festivals in Jordanien ist auch Schaumburg vertreten. Das Team des Bückeburger Heißluftballon-Piloten Michael Grub hat seinen bunten Riesenballon vor Kulisse der Ruinenstadt Petra in Stellung gebracht.
Auf dem ersten Internationalen Heißluftballon-Festivals in Jordanien ist auch Schaumburg vertreten. Das Team des Bückeburger Heißluftballon-Piloten Michael Grub hat seinen bunten Riesenballon vor Kulisse der Ruinenstadt Petra in Stellung gebracht.
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