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Die Woche in Schaumburg

SN Inside - Die Woche in SchaumburgSN Inside - Die Woche in Schaumburg

Liebe Leserinnen und Leser,
Wer geglaubt hatte, mit zunehmender Impfquote würde sich das Thema Corona langsam erledigen, wird mit jedem neuen Tag ein Stück weiter auf den Boden der Tatsachen geholt. Denn genau das Gegenteil ist der Fall. Seit Ausbruch der Pandemie war die Zahl der Infizierten zu keinem Zeitpunkt so hoch wie heute. Es trifft uns mit voller Wucht. Experten wie Lothar Wieler malen ein düsteres Bild. Zu Weihnachten könnte die Zahl der Toten in Deutschland auf 1200 steigen, fürchtet der RKI-Chef – täglich!
Der Ton gegenüber den immer noch zu vielen Ungeimpften wird schärfer. Aber auch umgekehrt gilt: Impfgegner und Corona-Leugner werden rabiater. Argumente prallen vielfach an ihnen ab, eine sachliche Debatte lassen die meisten von ihnen nicht an sich heran.
Am Donnerstag habe ich mit einem von ihnen telefoniert, mehr als eine Stunde. Ein Leser, der uns über 40 Jahre treu war und nun sein Abo gekündigt hat. Weil ihm zwei Kommentare missfallen haben, in denen die Autoren eine härtere Gangart gegenüber Impfunwilligen gefordert hatten. Der Leser, ein allem Anschein nach durchaus kluger, höflicher Herr, schildet mir seine Sicht der Dinge: Die Mächtigen der Welt, führende Staatslenker und Wirtschaftsbosse von China über Deutschland bis zur USA, haben sich mit einem perfiden Plan verbündet. Das von ihnen die Welt gesetzte Virus und die der Bevölkerung verabreichten Vakzine haben nur einen Zweck: das Zementieren der eigenen Macht und eine Halbierung der Menschheit.
Mir fehlen selten die Worte. Hier schon. Spätestens an dieser Stelle unseres Gesprächs war mir klar: Wir werden auch nicht in Ansätzen einen Konsens erzielen, selbst wenn wir noch die Nacht hindurchdiskutiert hätten. Den Umgang mit ihm und anderen Impfgegnern verglich der Mann am anderen Ende der Leitung mit den Verbrechen der Nazis an den Juden. 
Das Beispiel zeigt, wie tief die Gräben innerhalb unserer Gesellschaft inzwischen sind.
Wie viele andere Unternehmen sind auch die Schaumburger Nachrichten seit 21 Monaten im Corona-Krisenmodus. Gerade haben wir uns einigermaßen damit arrangieren können, da gleiten wir nahtlos hinüber in einen neuen Krisenmodus: Papiernot. Wichtige Rohstoffe fehlen derzeit an allen Ecken und Enden. Seit einigen Wochen hat es nun auch unsere Branche voll erwischt. Viele Verlage haben notgedrungen die Umfänge ihrer gedruckten Ausgaben reduzieren müssen, weil das zur Verfügung stehende Papierkontingent nicht reicht, um wie gewohnt produzieren zu können.
Für die vorhandenen Mengen explodieren die Preise. Bauherren und -handwerker wissen, wovon ich spreche.   
Konkret heißt das für unsere Redaktion: Sie muss jeden Tag entscheiden, welche Seiten sie schweren Herzens wegfallen lässt. Und das, wo wir - nachdem monatelang das öffentliche und gesellschaftliche Leben stillgestanden hat - endlich wieder genug zu schreiben hätten. Wir hoffen, dass sich die Situation so schnell wie möglich entspannt. An dieser Stelle möchte ich die Gelegenheit nutzen und mich für das große Verständnis unserer Leserinnen und Leser bedanken. 
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In diesem Sinne, lassen Sie uns alle zuversichtlich bleiben.
Auch wenn es draußen ziemlich trüb aussieht: Ich wünsche Ihnen einen schönen Start ins Wochenende!
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